Bora Bora – Meerblick garantiert, und sonst so?

Bora Bora … Da springt doch schon beim Lesen dieser zwei Worte direkt das Kopfkino an, oder? Weißer Sand, blaues Meer, Sonne satt, wohlige Wärme, tauchen mit bunten Fischen – kurzum: das Paradies auf Erden. Doch bei den meisten bleibt es dann auch beim Träumen. Warum eigentlich? Weil es keine Direktflüge von Europa aus gibt und man mindestens auf Tahiti einen Zwischenstopp einlegen muss? Weil man von Bora Boras kleinem Flughafen noch eine kurze Fahrt in einem Boot vor sich hat, um die Hauptinsel zu erreichen? Zugegeben, die Anreise auf die im Südpazifik liegende Insel gestaltet sich etwas beschwerlich und dauert auch länger als die Flüge zu den bekannten Ferieninseln in Europa oder Asien. Aber die etwa 18.000 Kilometer lange Anreise lohnt sich! Auf Bora Bora gibt es garantiert Meerblick, ganz gleich ob man in einem der luxuriösen Hotels eincheckt oder sich für eines der „Überwasserbungalows“ entscheidet, die auf Stelzen am Strand oder im Meer stehen. Dazu verwöhnt die Sonne das Inselchen im Südpazifik – etwa so „groß“ wie die Ostseeinsel Poel – das ganze Jahr über mit Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad Celsius. Nachts gibt es dann nur wenig Abkühlung. Auch das Wasser erreicht in den Lagunen ganz ähnliche Werte. Und überhaupt: Schon beim Anflug auf die Gesellschaftsinseln in Französisch-Polynesien, zu denen Bora Bora gehört, gerät man angesichts der faszinierenden Farben ins Schwärmen.

Im strahlend blauen Meer sehen die Inseln von oben wie grüne Farbtupfer mit weißen Rändern aus. Bora Bora liegt gut 250 Kilometer nordwestlich von Tahiti. Die zentral liegende Lavainsel umschließt ein Korallenriff, das ein Atoll mit herrlichen Lagunen bildet. Obwohl Bora Bora recht klein ist, bietet die Insel reizvolle Landschaften voll duftender Blumen, exotischer Vögel und bunter Schmetterlinge – also durchaus mehr, als ihre Traumstrände. Bis zu neun Kilometer lang und maximal fünf Kilometer breit ist Bora Boras überschaubare Hauptinsel. Vom Mont Otemanu, dem 727 Meter hohen und damit mächtigsten „Berg“ auf Bora Bora, genießt man eine atemberaubende Aussicht über die mit sattem Grün überzogene Insel und auf die türkisfarben leuchtenden Lagunen, in denen oft Boote und Kreuzfahrtriesen ankern. Auch die wenigen Ortschaften entlang des Küstenstreifens rücken ins Blickfeld. Rund um die Insel führt eine Ringstraße, die zur Erkundungstour geradezu herausfordert. Dazu kann man den „Le Truck“ nehmen, ein recht eigentümliches Gefährt, das die Insel in gut einer Stunde umrundet und anhält, wo man gerade Lust zum Aus- oder Einsteigen hat.

Individueller lässt sich eine Tour jedoch mit Fahrrad, Moped oder Roller gestalten. Und wer noch etwas drauflegt, gönnt sich einen Rundflug mit dem Hubschrauber. Wer Shoppingmöglichkeiten sucht, findet im Hauptort Vaitape an der Westküste einige kleine Läden. Ganz in der Nähe liegt Anau mit dem „Lagoonarium“. Gemeinsam mit erfahrenen Führern taucht oder schnorchelt man hier in der polynesischen Unterwasserwelt und begegnet dabei unter anderem Moränen, Rochen, Schildkröten und kleinen Haien. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann dann für die sogenannte „Rochenavenue“ gleich den nächsten Tauchgang buchen, der zu Leoparden-, Stachel- und Mantarochen führt, die sich in einem Bereich der Lagune von Bora Bora tummeln. Schaut man sich im Inneren der Insel etwas um, so stößt man auf einige Relikte der Vergangenheit. Besonders beeindrucken dabei die alten Kultstätten der Ureinwohner, die für ihre Zeremonien „Marae“ genannte Plattformen anlegten. Eine der am besten erhaltenen befindet sich in der Faanui Bay auf der Westseite von Bora Bora, weitere in der Vairau-Bucht im Osten. Nicht versäumen sollte man auf Bora Bora einen Abstecher in die Coral Gardens – mit bis zu sechs Metern in die Tiefe reichenden Korallenbänken und Schwärmen bunter Clownfische das Schnorchelparadies schlechthin.