Brüssel – historisch, modern, sehenswert

Etwa 90 Minuten fliegen und schon kann’s losgehen: Sehen. Genießen. Shoppen. Und wieder von vorn. Belgiens Hauptstadt lässt einen kaum zur Ruhe kommen, soviel gibt es hier anzuschauen und zu erleben. Um möglichst viel aus Brüssel mitzunehmen, sollte man den einen oder anderen Tag am besten planen und sich jeweils ein anderes Viertel vornehmen. Sonst erwischt man sich, wie man täglich mehr oder weniger planlos mit den Massen durch die Straßen treibt, in Läden stöbert und zwischendurch irgendwo in einem Café für ein paar ruhige Minuten Zuflucht sucht. Kann man natürlich machen, nur ärgert man sich später vielleicht, von Brüssel kaum etwas gesehen zu haben. Es lohnt sich aber nicht, nach den Ufern der Senne Ausschau zu halten, dem Fluss, der durch Brüssel fließt: Er wurde unter die Erde verbannt. Ein Blick auf die Senne erhaschen lässt sich aber doch noch, in einem gemütlichen Hinterhof in Saint-Gery im Zentrum. Die Boote in Brüssel fahren auf künstlich angelegten Kanälen und natürlich im Hafen der Stadt. Macht man sich zum Stadtbummel auf, bringt einen das Auf und Ab in den Straßen schneller ins Schwitzen, als gedacht. Kein Wunder: Brüssel wurde auf sieben Hügeln erbaut, der Höhenunterschied soll bei mehr als 80 Metern liegen. Apropos Brüssel: Genau genommen ist Bruxelles-Ville, so der offizielle Name, eine unerwartet kleine Stadt mit gerade mal rund 150.000 Einwohnern. Sie liegt zentral in der dicht besiedelten Stadt-Region Bruxelles-Capitale mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern. Wer ein paar Tage in Brüssel verbringt, dem wird auffallen, dass es gleich mehrere Stadtzentren gibt. Wie kommt das? Ganz einfach: Zu Bruxelles-Capitale verschmolzen 19 Städte und Gemeinden, die ihre eigenständige Struktur bewahrt haben. Neben den weltbekannten Wahrzeichen – dem Atomium und Manneken Pis –  verstecken sich überall besondere Sehenswürdigkeiten, kleine Kirchen, interessante Museen und Galerien. Dazu liebevoll gepflegte Parks, die nicht nur sattes Grün und Bänke beherbergen, sondern auch so manche Statue oder sogar einen Prunkbau aus vergangener Zeit. Überhaupt besteht Brüssel aus einem faszinierenden Sammelsurium an Bauwerken, das Geschichte erzählt. Barock, Klassizismus, Renaissance, Art Noveau … Baustile unterschiedlichster Epochen prägen das Gesicht dieser Stadt ebenso wie hypermoderne Bürotower. Das Porte de Hal gehört zu den ältesten Bauwerken Brüssels. Es war als eines von insgesamt sieben Toren Teil der um 1357 errichteten Stadtbefestigung und beherbergt heute das Musée du Folklore. Die Renaissancebauten am Grand’ Place entstanden um 1700 im Stil des Barock, von 1715 bis 1795 beherrschten dann die Habsburger das Baugeschehen. Von 1865 bis 1909 lenkte König Leopold II. die Geschicke Belgiens – aus seiner Zeit stammen einige der pompösen Bauten Brüssels, darunter die Museumsbauten auf dem Kunstberg, der Königspalast auf dem Mont des Arts, der Triumphbogen im Parc du Cinquantenaire und die Avenue de Tervuren. Das Atomium auf dem Messegelände Heysel erhielt Brüssel erst 1958 – anlässlich der Internationalen Weltausstellung.