Goa – Sandstrände, Hochland und interessante Kolonialbauten

Im besten Fall liegen rund zehn Flugstunden zwischen Deutschland und der Mormugao-Halbinsel mit dem Goa International Airport (auch Dabolim Airport) unweit der Stadt Vasco da Gama, dem einzigen internationalen Flughafen von Goa. Wem solche Direktflüge zu teuer sind, der erreicht den an der Westküste gelegenen kleinsten Staat der Indischen Union beispielsweise auch mit Zwischenstopps in Istanbul, Mumbai oder Kairo. Soll Goa lediglich eine von mehreren Stationen einer Indien-Rundreise sein, kommt man auch mit einem Linienbus gut nach Goa. Viele zieht es direkt in die rund 100 Kilometer lange Konkanküstenregion am Arabischen Meer, die für ihre von Palmen gesäumten Sandstrände weltberühmt ist. Herrliche Strandabschnitte gibt es in Goa nicht nur sprichwörtlich wie Sand am Meer. Einige der beliebtesten findet man etwa eine Autostunde vom Flughafen entfernt: Calangute, Sinquerim Beach, Fort Aguada Beach, Candolim und nicht zuletzt der Hippiestrand Anjuna gehören auf jeden Fall dazu. Längst touristisch erschlossen fehlt es hier an nichts: Vom Kitschladen über Kneipen und Bars bis hin zu Unterkünften aller Art reicht bis in die Nacht das Angebot im Umfeld. Ähnlich sieht es weiter südlich an Goas längstem Strand bei Colva aus. Schier endlos zieht sich hier zwischen Bogmalo und dem Cabo de Rama die strahlend weiße Pracht am Meer entlang. Ob Velsao Beach, Majorda Beach oder Colva Beach – all diese Küstenstreifen bieten Traumstrände mit allem Drum und Dran, soweit das Auge reicht.

Wer eher nicht auf Partystrände steht und einsamere Gegenden bevorzugt, findet in Goa sicher auch ein passendes Plätzchen. Ganz im Süden Goas liegen beispielsweise einsame Strände bei Palolem, Colomb, Betul, Galgibaga und Patnem. Sie sind zwar allesamt nicht ganz so bequem zu erreichen und auch nicht so komfortabel ausgestattet wie die Touristenhochburgen, dafür bieten sie aber ebenfalls feinsten Sand, den man sich mit nur wenigen anderen Sonnenanbetern teilen muss. Zu den Geheimtipps zählt noch immer der Khola Beach, ebenfalls im Süden des Bundesstaates bei Agonda gelegen. Dieser Strand zieht sich, hinter Hügeln versteckt, durch benachbarte Buchten und liegt zudem an der Lagune einer Flussmündung. Doch so verlockend die Strände an der „Indischen Riviera“ auch sind: Die ehemalige portugiesische Kolonie, etwa so groß wie das Saarland, bietet noch einiges mehr. Goa verblüfft mit sehenswerten Landstrichen und dazu einer Mischung aus europäischer und indischer Kultur, die in Indien ihresgleichen sucht. So überzieht das Land von Westen her terrassenartig ansteigendes, meist dicht bewaldetes Hochland, das schließlich in die Gebirgszüge der Westghats übergeht.

Hier befindet sich auch die mit 1.167 Metern höchste Erhebung Goas – der Sonsogor. Zu den faszinierenden Küstenabschnitten gehören nicht nur die Strände, sondern ebenso zahlreiche Flussmündungen. Unbedingt anschauen sollte man sich Asiens schönsten Naturhafen in der Mormugao-Bucht. Dass man auf einer Rundreise durch Goa fast überall auf Herrenhäuser, Forts oder Kirchen stößt, verwundert nicht. Das allgegenwärtige koloniale Erbe stammt von den Portugiesen, deren Kolonie Goa von 1510 bis 1961 war. Vor allem Velha Goa, ehemalige Kolonialhauptstadt, strotzt nur so vor steinernen Zeitzeugen. Besonders sehenswert: die gotische Kathedrale Sé Catedral, die Basilica do Bom Jesus und die St. Francis-Kirche mit dem benachbarten archäologischen Museum. Ein echter Hingucker zudem die Kirche St. Cajetan, die an den Petersdom in Rom erinnert. Interessante Kolonialarchitektur beherbergt auch Goas Hauptstadt Panjim. Hinduistische Tempel oder muslimische Moscheen bekommt man hingegen kaum zu Gesicht, wenn, dann im Hinterland. In und um Ponda findet man die Moschee Safa Shakomi Masjia sowie diverse Tempel, darunter die prachtvollen Shri Manguesh und Shri Mahalsa Narayani.

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