Guadalajara – eine der schönsten Städte Mexikos

Sombreros, Jarabe Tapatio, Mariachis und Tequila – vieles, was als typisch mexikanisch gilt, besitzt in Guadalajara besonders lange Tradition. Doch nicht nur deshalb ist Mexikos zweitgrößte Stadt ein tolles Reiseziel. Guadalajara liegt eingebettet in herrliche Landschaft im Hochland in Mexikos Westen. Die Hauptstadt des Bundesstaates Jalisco ist trotz ihrer Größe eine sehenswerte Metropole. Ihre dezente Bebauung, die zahlreichen Sehenswürdigkeiten, Parks voller Blumen und Museen brachten der 1532 gegründeten Stadt den Beinamen Perla del Occidente – Perle des Westens – ein. Im Centro Historico, der historischen Altstadt, fühlt man sich sofort wohl. Das liegt vielleicht an der beschaulichen, authentischen Atmosphäre dieses von Kolonialbauten und zahlreichen großzügig angelegten Plätzen geprägten Viertels.

Und sicher auch an der überaus herzlichen Gastfreundschaft ihrer Bewohner. Reges Treiben und ausgelassene Stimmung herrschen fast rund um die Uhr auf dem Plaza de los Mariachis, einem der Treffpunkte von Einheimischen und Touristen. Der im Art-Nouveau-Stil errichtete Musikpavillon auf dem Plaza de Armas ist mit seinen Skulpturen nicht nur ein echter Hingucker, sondern mehrmals in der Woche ein ganz besonderer Anziehungspunkt, wenn hier namhafte Orchester klassische Musik zu Gehör bringen. Und auch der von Bäumen, Läden und Cafés gesäumte Plaza Guadalajara bleibt in Erinnerung, vor allem wegen des imposanten Brunnens und der mächtigen Kathedrale mit den zwei Türmen, die sich an diesem Platz erhebt. Ein weiterer sehr schöner Platz befindet sich mit dem langgestreckten Plaza de la Liberacion hinter der Kathedrale. Hier stehen unter anderem das Regionalmuseum und der italienisch anmutende Prachtbau Teatro Degollado. Wer  vom Theater aus über die Fußgängerzone des Plaza Tapatia schlendert, kommt zum Instituto Cultural Cabanas. Dieses einst als Obdach für Kinder und Waisen errichtete Bauwerk gehört heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. Mit mehr als 20 Innenhöfen und über 100 Zimmern kann man hier einen von der Architektur her unvergleichlichen Bau bewundern. Diesen gestaltete José Clemente Orozco mit zahlreichen Wandbildern – den sogenannten Murales – und weiteren Elementen wie der Kuppelmalerei in der Kapelle. Auch im Palacio de Gobierno, dem barocken Regierungspalast, hinterließ dieser aus Guadalajara stammende Künstler seine Handschrift. Unbedingt hineinschauen sollte man in den Mercado San Juan de Dios.

Über mehrere Etagen herrscht in diesem mit rund 4000.000 Quadratmetern Fläche wohl größten Markt Mexikos reges Markttreiben. Entlang der labyrinthartig angelegten Gänge bekommt man von aus frischem Obst und Gemüse gepressten Säften über Kunsthandwerk bis hin zu Kleidung und Lederwaren alles – das meiste aus regionaler Produktion. Im oberen Bereich des Marktes kann man in zahlreichen Restaurants und Cafés die mexikanische Küche probieren. Mit dem Verkosten sollte sich dann allerdings etwas zurückhalten, wer von Guadalajara ins rund 15 Kilometer nordwestlich liegende Tequila fährt. Der Ort, aus dem der weltbekannte Branntwein seinen Siegeszug um die Welt antrat, lässt sich über die Autobahn MEX-15 in Richtung Magdalena schnell erreichen. Sicher gehört die Besichtigung einer Brennerei hier zum Pflichtprogramm. Doch auch shoppen und genießen lässt sich in Tequila ausgiebig. Die gepflegte Stadt erhielt für ihre Authentizität die seltene Auszeichnung als Pueblo Magico – Magischer Ort.