Kailua-Kona – Kleinod auf Hawaiis größter Insel Big Island

Im Pazifik, rund 3.600 Kilometer vom US-amerikanischen Festland entfernt, liegt das Inselreich Hawaii. Zu diesem 50. Bundesstaat der USA gehören knapp 140 Inseln, viele davon unbewohnt. Auch die größte dieser Inseln, Big Island, nennen viele Hawaii. Wer auf dieser hawaiianischen Insel ankommt, der will mit Sicherheit nicht so schnell wieder weg. Denn auf diesem Eiland kann man nicht nur herrlich relaxen, sondern auch wochenlang herumfahren und dabei immer wieder etwas Neues entdecken. Touren auf Big Island setzen allerdings eine besonders gründliche Zeitplanung voraus, denn die Entfernungen erweisen sich oft als viel größer als vermutet. Immerhin würde die Insel Rügen mit ihren etwa 950 Quadratkilometern flächenmäßig locker zehn Mal auf Big Island passen – diese Insel nimmt rund 10.500 Quadratkilometer ein. Strände bietet Big Island jede Menge, allerdings sind die meisten von ihnen nicht strahlend weiß, sondern meist von grauem, schwarzem oder wie Ka Lae sogar von grünem Sand überzogen. Zu den schönsten Strandabschnitten mit goldgelbem Sand zählt die sonnenverwöhnte Kohala Küste, die sich auf der Westseite der Insel nördlich von Kona hinzieht.

Den Weg nach Kona findet man ganz gut, auch wenn die Schilder am Straßenrand mit unterschiedlichen Namen in diesen Ort weisen. Warum das so ist? Kona hieß ursprünglich Kailua. Später ergänzten Einheimische den Ortsnamen zu Kailua-Kona, um ihn später einfach wieder abzukürzen. Wer Kailua auf Big Island meint, sagt jetzt also einfach nur noch Kona. So einfach ist das. Und ganz nebenbei beugt das auch noch der Verwechslung mit dem Ort Kailuha auf der Insel Oahu vor. Auf jeden Fall ist Kona ein sehenswerter Küstenort mit einigen echten Highlights. Schlendert man die größte Straße des Ortes, den Alii Drive, entlang, so stößt man auf eine Vielzahl von Läden und Restaurants aller Art. Am Alii Drive findet man außerdem den von außen eher unscheinbaren Hulihee Palace, der den königlichen Familien der Insel über lange Zeit als Sommerresidenz diente. Heute kann man in diesem 1838 errichteten Gebäude die ehemals royalen Wohnräume mit historischen Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen besichtigen. Ebenfalls sehenswert: die 1820 geweihte Mokuaikaua Church, erste christliche Kirche Hawaiis, und der Tempel Ahuena Heiau.

Den Tag lässt man am besten am Kailua Pier ausklingen, wenn die Sonne über der Kailua Bay ins Meer taucht. Im Oktober herrscht hier allerdings immer besonders viel Andrang, denn an diesem Pier starten und enden die jährlich stattfindenden Ironman World Championships. Einen historisch interessanten Platz in einer nicht ganz leicht zugänglichen Bucht markiert ein weißer Obelisk – das Captain-Cook-Monument. Wer die rund zwei Kilometer lange Wanderung über den holprigen Weg auf sich nimmt und auch den ebenso langen – dann recht steil ansteigenden – Rückweg nicht scheut, kann auf den Spuren des großen Seefahrers wandeln. James Cook ging hier 1779 an Land und fand ein tragisches Ende. Etwas bequemer erreicht man die Bucht übrigens mit dem Kajak oder während einer geführten Bootstour. Nicht weit von dieser Gedenkstätte entfernt gibt der Puuhonua o Honaunau National Historical Park einen außergewöhnlich authentischen Einblick in das Leben der früheren Bewohner der Insel. Puuhonua bedeutet so viel wie „Zufluchtsort“, was das Areal über Jahrhunderte unter anderem für hawaiianische Gesetzesbrecher tatsächlich war. Mit einer aufwendigen Zeremonie erhielten Übeltäter, die gegen die  heiligen Gesetze verstoßen hatten, eine Art Absolution. Entsprechend interessant ist die weitläufige, liebevoll restaurierte Anlage mit ihren Gemäuern, Götzenbildnissen und dem Heiligen Tempel. In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es noch einige weitere historische Sehenswürdigkeiten wie den ehemals heiligen Sitz der Alii und den Kaloko-Honokohau National Historic Park.