Krakau – eine von Europas schönsten Städten

Man muss gar nicht immer so weit in die Ferne schweifen, um ein Reiseziel für eine tolle Städtereise zu finden. Krakau zum Beispiel erreicht man mit dem Flieger in weniger als zwei Stunden. Von Kriegen weitgehend verschont, beherbergt Polens zweitgrößte Stadt in seiner Altstadt echte Schmuckstücke aus verschiedenen Epochen. Und das nicht zu knapp, schließlich residierten in der Metropole im Süden des Landes zwischen 1038 bis1596 zahlreiche polnische Könige – und vielen Einheimischen gilt Krakau auch heute als heimliche Hauptstadt. Vielleicht auch, weil Karol Wojtyla, später Papst Johannes Paul II., hier jahrzehntelang als Erzbischof wirkte. Wohl die meisten übermannt beim Bummel durch die zum Gesamtkunstwerk gewordene Altstadt Begeisterung. Etwas Herausragendes ist dieses Viertel auf jeden Fall, nicht von Ungefähr nahm die UNESCO Krakau gleich zu Beginn in ihre 1978 eröffnete Weltkulturerbeliste auf. Ein besonderes Relikt der Vergangenheit ist die sogenannte Krakauer Barbakane. Diese runde, der Stadtmauer vorgelagerte Kanonenbastion gilt als größte in Europa erhalten gebliebene. Gleich daneben steht mit dem Floriantor das letzte noch vorhandene Stadttor.

Nach einem kurzen Spaziergang über die Floriansgasse erreicht man den legendären Rynek Glowny, einen riesigen Markt, auf dem seit Jahrhunderten reges Treiben herrscht. Mitten auf diesem 1257 angelegten Platz stehen die Tuchhallen. Krakaus ältestes Handelshaus entstand ursprünglich im 13. Jahrhundert, wurde nach einem Brand im 16. Jahrhundert im Stil der Italienischen Renaissance neu errichtet und später mehrfach umgestaltet. Während im Untergeschoss heute mit Souvenirs und Kunsthandwerk weiterhin Handel getrieben wird, befindet sich in der oberen Etage die Nationalgalerie. Am ansonsten von sehenswerten Bürgerhäusern gesäumten Marktplatz auch nicht zu übersehen: die Marienkirche, deren Bau Mitte des 13. Jh. begann und fast 200 Jahre dauerte. Die dreischiffige gotische Basilika mit den mittelalterlichen Glasfenstern beherbergt nicht nur eine überwältigend prunkvolle Innenausstattung, sondern zudem Europas größten gotischen Hochaltar, von 1477 bis 1489 geschaffen vom Nürnberger Bildhauer Veit Stoß. Zu jeder vollen Stunde steigt der Krakauer Turmbläser auf den höheren der beiden Kirchtürme und bläst das „Hejnal“, ein historisches Alarmsignal. Der freistehende Turm auf der gegenüberliegenden Marktseite gehörte übrigens zum früheren Rathaus, 1820 wegen Baufälligkeit abgerissen.

Rund um den Marktplatz lohnt es sich, ein wenig umherzustöbern. Man stößt dabei unter anderem auf den Allerheiligenplatz mit Dominikaner und Franziskaner Kirche sowie dem Sitz der Krakauer Stadtverwaltung in einem ehemaligen Palast. Ebenfalls nur einen kurzen Fußweg vom Markt entfernt befinden sich die Andreaskirche mit ihren markanten romanischen Türmen, die im 14. Jh. entstandenen Residenzen der ehemaligen Domherren sowie die historischen Gebäude der Jagiellonen-Universität. Im Collegium Maius aus dem 15. Jh., dem ältesten erhaltenen Universitätsgebäude, kann man sich umschauen und im Museumsbereich unter anderem den Universitätsschatz, diverse Utensilien und den Jagiellonen-Globus mit der ersten Darstellung Amerikas bestaunen. Wer Krakau besucht, muss natürlich auch hinauf auf den Wawel-Hügel am Weichselufer, auf dem das mächtige Schloss von König Kasimir dem Großen und die Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel – Krönungskirche der polnischen Könige und später Wirkungsstätte Karol Wojtylas – thronen. Neben den auf dem Wawel angesiedelten Museen findet man in Krakau noch zahlreiche weitere, darunter das Archäologische Museum, das Theatermuseum Cricoteka, das Erzdiözesanmuseum und das Czartoryskich-Museum mit verschiedenen Sammlungen zu polnischer Geschichte und Kunsthandwerk sowie einer hochklassigen Gemäldegalerie.

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