Ligurien – raue Landschaft mit viel Seele

Ein ganz außergewöhnlich schöner Landstrich zieht sich im Nordwesten Italiens die Küste entlang: Ligurien. Mit schroff ins Tyrrhenische Meer abfallenden Felsen, strahlend weißen Sandstränden, idyllischen Buchten und Olivenhainen bieten sich überall Fotomotive vom Feinsten. Und auch das angenehm milde Klima begeistert zu jeder Jahreszeit. Die traumhafte Landschaft bietet natürlich Gelegenheiten für sportliche Aktivitäten aller Art. Aber nicht nur das. Ligurien beherbergt zudem auch überaus interessante Ortschaften. Neben der ligurischen Hauptstadt Genua beispielsweise Portofino, Imperia, San Remo oder La Spezia. Besondere Faszination dürfte Ligurien auf alle Hobbyhistoriker ausüben, denn hinter der Region liegt eine ebenso lange wie interessante Geschichte. Lange bevor im 3. Jahrhundert v. Chr. die Römer nach Ligurien kamen, besiedelten um 7 v. Chr. als erste Menschen Ligurer die Region – und waren damit Namenspate.

Unweit der Grotten von Bazi Rossi zeugt der einstige römische Handelsknotenpunkt Ventimiglia mit Resten von Stadtmauer und Thermen sowie dem Amphitheater noch heute von der glorreichen Zeit des römischen Liguria unter Augustus. Um das Jahr 1000 herum bildeten sich Freie Stadtrepubliken heraus und das Erstarken der Republik Genua erlöste die Region im 13. Jahrhundert schließlich von einer zwischenzeitlich lange währenden Bedeutungslosigkeit. Aus dieser Zeit stammt der Palazzo Ducale in Genuas historischem Viertel Le Strade Nuove, wo einst der Doge residierte. Viele weitere Herrscher hinterließen in der Region ihre Spuren, darunter Franzosen, Österreicher – und Napoleon. Ob man nun historischen Hinterlassenschaften nachspürt, malerische Seebäder an der Riviera di Levante besucht oder entlang der Cinque Terre durch idyllische Dörfer wie Manarola oder Monterosso al Mare streift – Ligurien zeigt sich überall in der dem Landstrich eigenen urigen Natürlichkeit. Aktivurlauber können ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Zum Wandern und Radfahren scheint die Region ebenso gemacht zu sein, wie zum Baden oder zum Faulenzen am Strand. Überall duften Blumen und Bäume oder lassen sich Tiere beobachten, und das nicht nur in den ausgewiesenen Naturparks und -reservaten. Ligurien bietet einfach eine einmalig schöne Landschaft zwischen Gebirge und Meer. Gut zwei Drittel Liguriens sind übrigens bewaldet, was bei Wanderungen im Sommer immer etwas Abkühlung verschafft. Wer im Urlaub auf Faulenzen am Strand steht, wird Ligurien ebenfalls lieben. Besonders feine Sandstrände finden sich vor allem zwischen San Lorenzo al Mare und Alassio.

Die anderen Küstenabschnitte faszinieren vor allem mit der bizarren Felskulisse ihrer naturbelassenen Steinstrände. Der mit Grünflächen durchsetzte und flach zum Meer abfallende Sandstrand von Andora eignet sich übrigens besonders für alle, die mit Kindern unterwegs sind. Wem es nichts ausmacht, sich den Strand mit vielen anderen Sonnenhungrigen zu teilen, findet in Bibione sicher einen der bezauberndsten Strände Liguriens – auch hier fällt der Strand flach zum Wasser ab. Und wer eher nach einer idyllisch gelegenen Badebucht sucht, dem gefällt vielleicht der von Bergen umrahmte Strand von Bonassola besonders gut. Zu den Kleinodien Liguriens gehört Portofino, ein beschauliches Städtchen, das sich ans Meer schmiegt. Typisch für den vermutlich von Römern gegründeten Ort sind seine runden Häuser und das Castello Brown am Hafen, das inmitten eines zauberhaften Parks über Portofino und dem Meer thront.