Martinique – Karibikinsel mit Bergen, Regenwald und Traumstränden

Gut sieben bis neun Stunden braucht der Flieger von Deutschland in eines der entferntesten Departements Frankreichs, das rund 400 Kilometer vor Venezuelas Küste zwischen Karibik und Atlantik liegt: das Tropenparadies Martinique. Vulkanischen Ursprungs präsentiert sich die Insel besonders im Norden überwiegend bergig und protzt mit einer atemberaubend schönen Landschaft voller Kontraste. Die Küsten säumen Strände, mal mit dunklem, mal mit strahlend weißem Sand. Die mächtigsten Erhebungen – der Montagne Pelée (1.397 m) und der Pitons du Carnet (1.196 m) – bringen es auf beachtliche Höhen. Dazu gibt es steil abfallende Küstenabschnitte und tiefe Schluchten wie Les Gorges de la Falaise bei Ajoupa-Bouillon. Ebenso faszinieren die dichten Regenwälder, in denen man auf Wanderungen auf zahlreiche Flussläufe stößt, die sich immer wieder in tosenden Wasserfällen bergab stürzen. Markierte Wanderwege bieten gemütliche Spazierwege wie auch Routen, die ambitionierte Aktivurlauber herausfordern. Auch mit Quad, Mountainbike oder auf dem Rücken eines Pferdes gerät die Erkundung der gut 1.100 Quadratkilometer großen Insel zum besonderen Erlebnis. Ihrem ursprünglichen Namen – Madinina, „Insel der Blumen“ – wird Martinique allerorts gerecht, denn wohin man schaut, blühen exotische Blumen in bunten Farben und duften betörend.

Als sei der natürliche Reichtum im ganzjährig sommerlichen Klima nicht schon genug, findet man auf der Insel neben Plantagen zahlreiche von Menschenhand angelegte Gärten und Parks. Der botanische Garten „Le jardin de Balata” nördlich von Fort-de-France zählt zu den schönsten seiner Art in der Karibik. Strände bietet die Insel Martinique natürlich auch zuhauf. Während man an den Küstenabschnitten im nördlichen Bereich überwiegend auf dunklen Sand trifft, bietet der Süden mit weiß- bis goldschimmerndem Sand, Palmen und türkisglitzerndem, warmem Wasser karibische Traumstrände wie aus dem Bilderbuch. Einige liegen wie La Plage des Salines, Couleuvre, Trabaud oder Blanche in verträumten Buchten, andere in außergewöhnlicher Umgebung wie beispielsweise Le Diamant, vor dessen Küste der 176 Meter hohe Felsen Rocher du Diamant aus dem Wasser ragt. Zudem laden vor allem im Süden zahlreiche idyllische Badeorte und Fischerdörfer zum Bummeln ein. Ein Ausflug lohnt sich auch an die östliche Küste, wo mit der Lamentin-Ebene nicht nur eine tolle Gegend wartet, sondern von Le Francois Boote zu den Fonds Blancs, vorgelagerten Inselchen und Sandbänken, starten. Gelegenheit zum Wassersport findet man überall, sei es nun zum Segeln, Surfen, Jetskifahren oder Kajaken.

Besonders gute Wellen und Wind bieten unter anderem Le Diamant, Le Robert und Le Francois. Darüber hinaus ziehen vor Martiniques Küsten Korallenriffs Taucher in ihren Bann. Einige, wie das vor Cap Chevallier, befinden sich sehr nahe an der Küste. Unbedingt besuchen sollte man auf Martinique die Inselhauptstadt Fort-de-France an der Westküste. Weithin sichtbar überragt die Cathédrale Saint-Louis die Stadt mit ihren Geschäften, der Markthalle und Sehenswürdigkeiten wie dem Rathaus, der Bibliothèque Schoelcher und dem „Parc Floral et Cultural”. Eine Statue in der Inselhauptstadt erinnert übrigens an Napoleons Kaiserin Josephine, die von Martinique stammte und der ihr Geburtsort Trois-Ilets ein Museum widmet. Ebenfalls zum Pflichtprogramm gehören auf der Insel der Besuch einer Zuckerrohrplantage, einer Brennerei und am besten auch eines Rum-Museums, wobei das Musée du Rhum in Sainte Marie besonders viel zu erzählen hat. Ebenfalls empfehlenswert: Sainte Luce mit den Windmühlen der längst nicht mehr aktiven Destillerien Trois Rivieres und interessanten historischen Gerätschaften. Andere spannende Ausstellungen sind das Musée de la Banane in Sainte Marie, das Musée d’Arts et Traditions populaires in Saint-Esprit und das Aquarium in Schoelcher.