Moskau – Millionenmetropole mit russischem Charme

Um die drei bis vier Stunden braucht der Flieger von einem Flughafen in Deutschland aus bis nach Moskau, wo es gleich drei internationale Airports gibt. Moskau-Domodedowo, der größte dieser drei, liegt etwa 35 Kilometer vom Stadtzentrum der russischen Hauptstadt entfernt. Die Moskauer Airports Scheremetjewo und Wnukowo befinden sich ebenfalls – und zwar jeweils rund 30 Kilometer – ein Stückchen außerhalb der Metropole. Mit dem „Aeroexpress“, und vielleicht noch einem kurzen Umstieg in eine der Metro-Linien, kommt man von allen drei Flughäfen recht schnell nach Moskau hinein. Alternativ kann man auch Bus oder Taxi nehmen.

Hat man dann auch dieses letzte Stück des Weges hinter sich, liegen irgendwann all die längst vertrauten Moskauer Wahrzeichen wahrhaftig vor einem. Kreml, Roter Platz, Zwiebeltürme … Moskau, mit knapp 12 Millionen Bewohnern größte Stadt der Russischen Föderation, wartet natürlich mit noch sehr viel mehr weltbekannten Sehenswürdigkeiten auf. Beim Stadtrundgang fallen die scheinbar unendlich vielen Kirchen auf. Rund 600 sollen es sein, darunter die Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale – größtes russisch-orthodoxes Kirchengebäude. Diese Vielfalt sakraler Bauwerke brachte Moskau bereits im 16. Jahrhundert den Beinamen „Drittes Rom“ ein. Obwohl eine gigantische Metropole, versprüht Moskau einen besonderen Charme. Das vielleicht auch wegen der vielen städtischen Grünanlagen. Immerhin etwa ein Drittel der Fläche Moskaus belegen die etwa 100 großen Parks und mehr als 800 weitere Anlagen.

Doch es gibt in der Stadt an der Moskwa nicht nur entlang der Straßen viel anzuschauen. Mit Theatern, Ausstellungen, Sammlungen und Galerien gibt es ein ebenso facettenreiches kulturelles Angebot. Überaus eindrucksvoll beispielsweise die Moskauer Museen. Die Tretjakow-Galerie im historischen Stadtteil Samoskworetschje beherbergt die mit über 100.000 Exponaten weltweit größte Sammlung russischer Kunst in unterschiedlichsten Genres. Auch das Puschkin Museum der Bildenden Künste mit seiner facettenreichen Gemäldesammlung ist einen Besuch wert. Die jüngere Generation Moskauer Künstler lässt sich entlang der Arbat über die Schulter schauen. Diese Straße gehört nicht nur wegen seiner schönen Geschäfte und Cafés zu Moskaus beliebtesten Bummelmeilen, sondern auch deshalb, weil hier viele Nachwuchskünstler ihre Werke in kleinen Ateliers und Werkstätten anbieten.

Wer sich für Klöster interessiert, kommt an einem Besuch im Nowodewitschi-Kloster kaum vorbei. Um in den Genuss einer Aufführung des weltberühmten Bolschoi-Theaters zu kommen, das in Moskau seit 1776 zuhause ist, muss man die Karten rechtzeitig vorbestellen – oder Glück mit Restkarten haben. Ausblicke ganz anderer Art bietet als Kontrastprogramm der 537 Meter hohe Moskauer Fernsehturm in Ostankino. Und zum Schluss noch ein Tipp, der längst kein geheimer mehr ist: Keine U-Bahn der Welt verfügt über derart kunstvoll gestaltete Stationen, wie die der Moskauer Metro. Am frühen Morgen oder am späten Abend, wenn weniger Menschen mit der Metro fahren, sollte man sich dafür Zeit nehmen.