Neuseeland (1) – Faszination Nordinsel

Irgendwie scheinen in Neuseeland die Reize aller Kontinente vereint: In dem südöstlich von Australien liegenden Inselstaat gibt es Küsten mit Sandstränden, Fjorden und vorgelagerte Inseln ebenso wie Vulkane, heiße Quellen oder Hochgebirge mit Gletschern, Wasserfällen und kristallklaren Seen. Entsprechend vielfältig zeigt sich die Vegetation. Von aktiver Erholung bis hin zu aufregendem Städtetourismus bietet Neuseeland also jedem genau das Richtige. Der Inselstaat im südlichen Pazifik besteht im Wesentlichen aus der Nord- und der Südinsel. Moderne Fähren verbinden diese durch die Cookstraße voneinander getrennten Hauptinseln. Die Nord-Ost-Ausdehnung Neuseelands beträgt einschließlich der vielen Hundert kleinen Inseln des Archipels gut 1.600 Kilometer, sodass man viel Zeit mitbringen muss, will man das gesamte Land kennenlernen. Für welche der beiden großen Inseln soll man sich aber entscheiden? Auf den ersten Blick scheint es so, als sei die größere Südinsel wie gemacht für schlechtwettererprobte Naturenthusiasten, die Nordinsel dagegen für diejenigen erste Wahl, die sich vor allem die Sonne auf den Bauch scheinen lassen wollen. Doch die Wahrheit liegt natürlich irgendwo dazwischen. Am besten, man entscheidet sich zunächst für eine bestimmte Region – und kommt später wieder, um mehr zu entdecken.

Über drei Viertel der rund 4,5 Millionen Neuseeländer leben auf der Nordinsel. Hier befinden sich auch die Landeshauptstadt Wellington und Auckland, mit etwa 1,3 Millionen Bewohnern Neuseelands größte Stadt. Landschaftlich bietet die Nordinsel so einiges: Im Northland stößt man beispielsweise auf unberührte Küsten – mal sanft mal wild zerklüftet, auf weiße Sanddünen und dichte Wälder. Die überraschend dünn besiedelte Halbinsel Coromandel westlich von Auckland hat herrliche Sandstrände, heiße Quellen und Regenwälder, die zu ausgedehnten Wanderungen einladen. Diese Region zog zudem außergewöhnlich zahlreich Kunstschaffende an, von denen viele ihre Werkstätten und Ausstellungen gern für Besucher öffnen. Südlich von Neuseelands größter Metropole erstreckt sich die Hamilton-Waikato-Region, die hügeliges, grünes Weideland und die unterirdischen Höhlenlandschaften der Waitomo Caves prägen. „Herr der Ringe“-Fans können sich zudem bei Matamata am Originalset von „Hobbingen im Auenland“ umschauen. Relativ zentral auf der Nordinsel liegt Rotorua am Ufer des gleichnamigen Sees. Highlight dieser Region: Whakarewarewa, Neuseelands eindrucksvollstes Geysirfeld.

Ebenfalls im Herzen der Nordinsel befindet sich mit dem Lake Taupo Neuseelands größter See, dessen Ufer unter anderem imposante Felsschnitzereien und mächtige Wasserfälle zieren. Unweit des Ortes Taupo stößt man auf die „Craters of the Moon“, eine Art Mondlandschaft mit blubbernden Schlammlöchern. Ebenfalls Reizvolles gibt es im Eastland zu sehen, das den östlichen Zipfel der Nordinsel einnimmt. Das Städtchen Gisborne, mit gut 30.000 Bewohnern größte Siedlung dieser Region, bietet die einmalige Chance, morgens als einer der Ersten auf der Welt die Sonne aufgehen zu sehen. Und entlang des Pacific Coast Highway fällt neben den Traumstränden die Kultur der Maori besonders ins Auge, da es hier viele Dörfer mit faszinierenden Bauten der indigenen Urbevölkerung Neuseelands gibt. Zwischen Bay of Plenty und Hawke’s Bay dehnt sich der Te Urewera National Park aus, ein reizvolles bewaldetes Areal mit schroffen Gebirgszügen, Wasserfällen und Seen. Mit wieder anderer Landschaft verblüfft Tawanaki, der westlichste Ausleger der Nordinsel: Der 2.518 Meter hohe Vulkankegel des Mount Taranakis verzaubert diese Region, in der man es an einem Tag schafft, Wintersport zu treiben und sich anschließend an einem wohlig warmen Strand zu lümmeln. Was gibt es auf der Nordinsel noch? Manawatu, Wairarapa und noch jede Menge weitere Regionen zum Staunen.