Neuseeland (2) – Faszination Südinsel

Urige Küsten, zerklüftete Fjordlandschaften, endlose Ebenen, schroffe Gebirge, Regenwälder und abgeschiedene Gegenden – all das findet man auf der gut 150.000 Quadratkilometer großen Südinsel Neuseelands. Christchurch, die mit Abstand größte Stadt dieses Landesteils, beherbergt nicht einmal 350.000 Menschen. Auf der gesamten Südinsel leben insgesamt sogar weniger Menschen als in Auckland, Neuseelands größter, auf der Nordinsel gelegenen Stadt. Entsprechend einsam kann man auf dieser wenig bevölkerten Insel unterwegs sein. Wer sich für Neuseelands Südinsel entscheidet, sollte vom Wetter allerdings nicht zu viel erwarten. Denn hier ist es immer einige Grade kühler als auf der Südinsel, nicht selten verregnet und überhaupt meist recht wechselhaft. Nelson an der Nordküste bildet da mit seinem tropischen Klima als sonnenreichste Region Neuseelands eine Ausnahme. Das kleine Städtchen lockt zudem mit herrlichen Stränden, einigen Sehenswürdigkeiten und einem interessanten Umland. So lassen sich von Nelson aus mehrere Nationalparks gut erreichen. Zwischen Golden und Tasman Bay erstreckt sich beispielsweise der kleine Abel-Tasman-Nationalpark mit seinen idyllischen Felsenbuchten, hinter denen sich dichte Wälder und anmutige Täler entlangziehen. Eine ideale Gegend zum Wandern, Kajaken und Am-Strand-liegen.

Auch eines von Neuseelands größten Naturschutzgebieten befindet sich in der Nähe von Nelson: der Kahurangi-Nationalpark. Hier stößt man auf die nördlichsten Ausläufer der Neuseeländischen Alpen, die auf der Südinsel die gesamte Westküste dominieren. Nur einen Teil des gewaltigen Gebietes durchziehen ausgeschilderte Wanderwege. In diesem Nationalpark überwiegt unberührte Wildnis mit flachen Küstenabschnitten, satt grünem Hochland, dichtem Regenwald, schroffen Gipfeln, langgezogenen Höhlen und urigen Tälern. Ein ähnliches Kleinod ist der Nelson-Lakes-Nationalpark mit mehreren Zweitausendern und klaren Bergseen, von denen Lake Rotoiti und Lake Rotoroa die größten sind. Im Nordosten der Südinsel liegt Marlborough, eine ebenfalls sonnenverwöhnte und vor allem für ihren exzellenten Wein weltweit bekannte Region. Die Marlborough Sounds erinnern mit ihren vom Meer gefluteten Flusstälern, Buchten und zahlreichen winzigen Inseln fast an eine Fjordlandschaft. Diese Region ist nicht nur ideal zum Wandern mit spektakulären Aussichten, sondern ebenso ein Eldorado für Wassersportler und Angler.

Einen großen Bereich des westlichen Küstenabschnitts nimmt Christchurch-Canterbury ein. Landschaftlich überrascht hier vor allem die Vielfalt, denn die Region zieht sich vom Meer bis in die Neuseeländischen Alpen. Ein besonders faszinierender Ort ist Kaikoura, gelegen an der Küste zwischen Christchurch und Picton. Vor spektakulärem Alpenpanorama kann man im Marine Mammal Sanctuary jede Menge Meeresbewohner beobachten, darunter Delfine, Wale, Pelzrobben, Pinguine und zahlreiche andere Vogelarten. Ein romantischer Wanderweg führt hier direkt an den Klippen entlang. Aktivurlauber können sich in der Region Christchurch-Canterbury zudem dem 3.724 Meter hohen Mount Cook – Neuseelands höchstem Berg – stellen, raften, wandern, mountainbiken, Ski laufen oder golfen. Eine Tour über den malerischen Arthur’s Pass unternimmt man am besten mit einem Auto. Abenteuer pur warten auch an der kaum besiedelten und von mächtigen Gletschern, tiefen Tälern, reißenden Flüssen und Regenwäldern geprägten West Coast. Um die ganze Schönheit dieser Region zu erkennen, sollte man sich vielleicht einen Rundflug gönnen. Wer auf der Südinsel weiter Richtung Süden vordringt, stößt auf weitere aufregende Landstriche wie das Fiordland. Nicht von Ungefähr zählt dieser Nationalpark mit seinen spektakulären Wasserfällen, grünen Regenwäldern und imposanten Fjorden zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und dann sind da auch noch Regionen wie Southland, Central Otago oder Clutha …