Port el Kantaoui – ein etwas anderer tunesische Touristenort

Obwohl Port el Kantaoui erst ab 1979 entstand und somit nicht mit dem besonderen historischen Flair anderer tunesischer Städte mithalten kann, ist der grüne Touristenort an der Stadtgrenze von Sousse ideal zum Urlaubmachen. Im Herzen des tunesischen Städtchens mit den weißen, im Bungalow-Stil errichteten Ferien-Appartements, liegt der edle Yacht-Hafen. Das einst als Ra’s Marsa bekannte Gebiet verwöhnt mit gemütlichen Restaurants und Straßencafés, mit kleinen Läden und fliegenden Händlern, die von Souvenirs bis hin zu Süßigkeiten alles Mögliche anbieten. Bars und Diskotheken öffnen bis in den frühen Morgen.

Obwohl künstlich angelegt, vermittelt das Städtchen einen Eindruck von der typischen Architektur der Mauren. Der mondän angelegte Hafen und die Gassen in ihrem strahlenden Weiß laden zu jeder Tageszeit zum Bummeln ein. Freizeitangebote gibt es auf verhältnismäßig kleinem Raum zur Genüge – mehr, als in so manch anderer Touristenhochburg. So bietet Port el Kantaoui einen eigenen Golf-Course und Tennisplätze. Am mehrere Kilometer langen Strand, der nie wirklich überfüllt ist, kann man alle nur erdenklichen Wasser- und Strandsportarten ausprobieren oder den Booten im Hafen hinterherträumen.

Zwar beherbergt die Stadt selbst keine Sehenswürdigkeiten, wer aber auf Kultur, Geschichte, Großstadttrubel steht, braucht darauf keinesfalls zu verzichten. Denn Port el Kantaoui liegt zentral zwischen Sousse, Hammamet und Tunis. Mit Bus oder Taxi braucht man nicht lange, um einige der Highlights im Norden Tunesiens zu erreichen – darunter El Djem mit seinem mächtigen Amphitheater und Kairouan, eine der vier Heiligen Städten des Islam, mit seinen eindrucksvollen orientalischen Märkten. Ebenso gut erreichbar sind außerdem einige interessante Grabungsstätten sowie die Sahara. Und noch ein paar Tipps zu Mentalität und Sprachliches: In Port el Kantaoui kommt man mit Englisch ganz gut weiter, noch besser aber mit Französisch.

So mancher Hotelangestellte oder Taxifahrer versteht auch ein paar Brocken Deutsch – verlassen sollte man sich darauf aber nicht unbedingt. Auch wenn man in Port El Kantaoui in vielen Geschäften ganz entspannt einkaufen kann, weil sich die Händler hier auf ihr Publikum eingestellt haben, sollte man dennoch folgendes wissen: Viele Straßenhändler und auch andere Verkäufer in Tunesien feilschen gern. Das liegt sicher nicht jedem, schon gar nicht beim ersten Versuch. Hüten sollte man sich aber trotzdem davor, sich als „Feilsch-Anfänger“ zu outen – es sei denn, man zahlt freiwillig mehr, als nötig.

Es kommt vor, dass man auf übereifrige Händler trifft, die einem beispielsweise Ausflüge aufdrängen möchten. Wenn es zu bunt wird, am besten einfach durchblicken lassen, dass man eine solche Tour schon gemacht oder das, was einem angedreht werden soll, erst gestern gekauft hat. Und in Sachen Kleiderordnung gilt: In Moscheen sind lange Hosen bzw. Röcke und bei Frauen Kopfbedeckung angesagt.