Sizilien – Bella Italia auf Insulanisch

Vor allem Kultur und Kunst, aber auch die unbeschwert fröhliche Lebensart ihrer Bewohner, machen Sizilien so anziehend. Die Insel im Südwesten Italiens lässt sich innerhalb weniger Tage kaum in ihrer ganzen Vielfalt erfassen. Denn sie bietet sowohl einmalige Naturschönheiten, beispielsweise den Vesuv, wie auch faszinierende Städte oder sehenswerte Galerien und Ausstellungen mit den unterschiedlichsten Sammlungen. Und wer will schon von Highlight zu Highlight hetzen, ohne auf einem schattigen Plätzchen im Straßencafé das wahre „La Dolce Vita“ zu genießen? Neben der Inselhauptstadt Palermo verzaubern zudem viele der Orte auf der Insel mit Bauten aller Stilrichtungen aus vergangenen Jahrhunderten. Überhaupt hinterließen auf Sizilien viele alte Kulturen unübersehbar ihre Spuren – und zwar von den Griechen über die Araber bis hin zu Friedrich II. Mit genügend Zeit kann man sich auch ruhig mal einen besonderen Abend in Oper oder Theater gönnen. Und mit dem richtigen Timing erlebt man auf Sizilien auch herrliche Feste und Festivals. Zum Beispiel im Februar, zur sizilianischen Mandelblüte: In vielen Orten ziehen dann bunt geschmückte Wagen über die Straßen. Fast zur gleichen Zeit tobt der Karneval, vor allem entlang der Ostküste.

Im Sommer stehen so einige Kultur- und Kunstfestivals auf dem Plan, die längst weit über die Insel hinaus bekannt sind. Dass die Sizilianer sehr religiös sind, fällt angesichts der großen Anzahl der Heiligen Maria geweihter Kirchen schnell auf. Zu Ehren ihres jeweiligen Schutzpatrons begehen die einzelnen Ortschaften individuelle, oft aufwändige Feste mit prächtigen Prozessionen und Umzügen. Dabei tragen die Sizilianer prachtvolle Trachten, die sich in den Regionen Siziliens auffallend unterscheiden. Übrigens: Bei figürlichen Darstellungen und Bildern sollte man beim Besichtigen der Kirchen durchaus mal etwas genauer hinsehen, um eine sizilianische Eigenart zu entdecken. Denn da einheimische Künstler die römischen Götter oft ihrem griechischen Pendant gleichsetzten, entspricht beispielsweise der Jupiter aus der römischen Legende gelegentlich dem griechischen Zeus, Venus wird zur Aphrodite, Hermes zu Merkur. Präsent sind die Griechen auf Sizilien jedoch nicht nur in der Kunst. Das belegen mehrere archäologische Grabungsstätten auf Sizilien. Wer diese besucht, kann meist kaum glauben, dass die alten Griechen schon vor Hunderten von Jahren so bauten, dass davon bis heute so einiges stehen blieb.

Mit eigenen Augen ein Bild von griechischer Baukunst machen kann man sich beispielsweise im legendenumwobenen Syrakus. Die Küstenstadt im Osten Siziliens war einst mächtigste Stadt der Welt. Überreste der imposanten Tempelanlagen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stehen hier noch, darunter der Apollontempel und die Kathedrale von Syrakus, La Santa Maria delle Colonne. Auch südlich dieser Überreste von Agrigent gibt es eine beeindruckende Grabungsstätte, unter anderem mit einigen gut erhaltenen griechischen Tempeln. Reste der alten griechischen Stadt Selinus sieht man bei Castelvetrano an der Westküste der Insel. Nach so viel Sightseeing und Besichtigung verspürt man sicher irgendwann den Wunsch, sich faul am Strand zu räkeln und ins Wasser zu springen. Auf Sizilien natürlich kein Problem. Wo ein Schild mit der Aufschrift „Spiaggia“ steht, ist man da richtig in Richtung freier Strand. Auch ein „Lido“-Schild weist zum Strand, allerdings gibt es hier Liegestuhl oder Sonnenschirm fast immer ausschließlich gegen cash. Diese kommerziell verwalteten Strandabschnitte bieten allerdings oft ein recht breites Freizeitangebot, eine Strandbar sowie Sanitäranlagen mit Dusche. Schöne Strände gibt es beispielsweise im Norden bei Mondello und Lascari, im Osten bei Scaletta und Santa Teresa, im Süden bei Donnalucata und Eraclea Minoa sowie an der Westküste entlang der Steilküste des Zingaro Naturparks.