St. Lucia – winziger Inselstaat in der Karibik

Urlaubsfeeling pur wartet auf der nur gut 600 Quadratkilometer großen Karibikinsel Saint Lucia, die als Teil der Kleinen Antillen zu den Inseln über dem Winde gehört. Landschaftlich reizvollste Region ist das Schutzgebiet „Pitons Management Area“ im Südwesten von St. Lucia. Auf rund 30 Quadratkilometern breitet sich hier ein Naturparadies mit Regenwäldern, Thermalquellen, den beiden grünen Vulkanen Grand Piton und Petit Piton sowie mehreren bunten Korallenriffen vor der Küste aus. Wer die nicht einmal 800 Meter hohen Berge „besteigen“ möchte, schließt sich am besten einer geführten Wanderung an – die auf den größeren Vulkan dauert ungefähr vier Stunden. Diese Tour mit dem verhältnismäßig steilen Aufstieg zählt zu den vermutlich anstrengenderen auf der Insel. Höchste Inselerhebung ist dieser Berg allerdings nicht, die liegt ein Stückchen nordöstlich, heißt Mount Gimie und erreicht stolze 950 Meter. Es müssen aber nicht unbedingt die hohen Berge von St. Lucia sein: Gemütlichere und weniger schweißtreibende Wanderwege gibt es natürlich auch. Zum Beispiel im Südzipfel der Insel oder im eher flachen Norden, speziell in der Gegend um Cape Estate. Die leicht ansteigenden Hügel dieser Region – insbesondere die auf der Halbinsel Pigeon Island – ermöglichen auch schöne Panoramaausblicke auf die Landschaft und auf die Zwillingsvulkane.

Bestens gestaltete Wanderrouten gibt es jedenfalls zuhauf auf der Insel, allerdings dürfen viele im Inselinneren nur mit einem einheimischen Führer betreten werden. Ebenfalls Spaß auf St. Lucia haben werden Mountainbiker und Radler, denn die Insel ist zwar in großen Teilen hügelig, aber dank der ungezählten Wege dennoch gut für Pedalritter geeignet. Eine ganz besondere Art, einen Blick in die urigen Wälder zu riskieren, ist das Ziplining. Mit Helm und Gurt gesichert hängt man dabei an einem Drahtseil über den Baumwipfeln und gleitet über Laufrollen von Plattform zu Plattform. Dabei sieht man viel von der exotischen Pflanzenwelt – auf der Insel gedeihen unter anderem faszinierende Gewächse wie Orchideen und Bromelien. Von der artenreichen Tierwelt mit Schmetterlingen, bunten Vögeln und flinken Eidechsen sieht man beim Ziplining jedoch nur wenig. Erkundet man die maximal 44 Kilometer lange und 22 Kilometer breite Insel aber in aller Ruhe, so bekommt man beispielsweise seltene Papageien, Baumfrösche und mit etwas Glück auch Kolibris und Landschildkröten zu Gesicht. An Orte, wo man bestimmte Tiere beobachten kann, führen die Einheimischen gern.

Angeboten werden neben Wanderungen auch Safaris mit Jeep oder Quad sowie Reitausflüge an der Küste. Zum Naturreichtum von St. Lucia gehören auch die herrlichen Strände. Der längste Sandstrand zieht sich im Nordwesten durch die Rodney Bay. In einer Bucht auf der Inselseite gegenüber liegt der Strand von Cas en Bas, einer der ruhigsten an der wilden atlantischen Küste. Ebenfalls am östlichen Ufer von St. Lucia befindet sich der einsame Strand von Grand Anse, den Schildkröten von März bis in den Spätsommer für ihre Eiablage nutzen. Übrigens sind alle Strände der Insel für jedermann frei zugänglich, auch wenn einige von ihnen zu Hotels gehören. Zum Tauchen eignen sich besonders die südwestlichen Küstenabschnitte, denn hier bieten die Tauchspots sogar unterirdische Gänge. Auch über Wasser gibt es einiges zu sehen: Verschiedene Wal- und Delphinarten sind in den küstennahen Gewässern heimisch. Viel Wasser findet man außerdem auf der Insel, zum Beispiel im Botanischen Garten bei Soufrière unweit des Petit Pilon. Hier locken Mineralbäder und die Diamond Falls. Zum Pflichtprogramm auf St. Lucia gehört auf jeden Fall noch ein Besuch in der Hauptstadt Castries. Obwohl mit weniger als 4.000 Bewohnern eher ein Kleinstädtchen, überrascht der Ort an der Westküste mit einem überaus belebten Marktplatz sowie vielfältigen Shoppingmöglichkeiten.