Washington D.C. – erstaunlich beschaulich und mächtig unterhaltsam

Steht das „D.C.“ hinter Washington, so geht es um den District of Columbia – also um die Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Während der gleichnamige Bundesstaat im Nordwesten an der Pazifikküste liegt und an Kanada grenzt, befindet sich Washington D.C. unweit der Atlantikküste im Osten der USA. Washington D.C. zu besuchen, hat schon etwas Besonderes. Schließlich regiert von hier aus der wohl mächtigste Mann der Welt, sitzen hier Kongress und unzählige Regierungsbehörden, agieren von Washington D.C. aus Internationaler Währungsfonds und Weltbank. Legt man die Ehrfurcht angesichts dieser gebündelten Weltmacht etwas ab, entdeckt man eine liebenswerte Metropole mit viel Grün und so mancher Sehenswürdigkeit.

Verglichen mit Deutschlands größten Städten erscheint die US-Hauptstadt mit ihren 177 Quadratkilometern klein – Berlin ist gut fünf Mal so groß. Unverwechselbar und symbolisch die Skyline: An den „Height of Buildings Act“, der 1910 verfügte, dass kein neues Gebäude das Kapitol überragen darf, hält sich die Stadt. Und so steht in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten bis heute kein einziger Wolkenkratzer. Dennoch überragen einige Bauwerke das mit „Statue of Freedom“ 88 Meter hohe Kapitol, in dem der Kongress seinen Sitz hat: Washington National Cathedral, Washington Monument und Old Post Office mit dem Uhrturm standen bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes. Einzige Ausnahme blieb der an der Spitze des Kreuzes 100 Meter hohe Turm der 1959 geweihten „Basilica of the National Shrine of the Immaculate Conception“. Dieser mächtige Sakralbau, übersetzt „Nationalheiligtum Basilika der Unbefleckten Empfängnis“, gehört zu den zehn größten Kirchen weltweit und ist der größte katholische Kirchenbau auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Mit ihrer prachtvollen Innenausstattung, zahlreichen Seitenkapellen und Nischen ist die Basilika einen Besuch wert. Wer jedoch das Weiße Haus mit der prominenten Adresse „1600 Pennsylvania Avenue“ nicht nur von außen anschauen möchte, braucht eine Monate im Voraus beim Konsulat beantragte Eintrittskarte. Doch auch ohne lässt sich ein Blick ins Innere des Gebäudes werfen, zumindest virtuell. Das Besucherzentrum zeigt regelmäßig Videos und liefert auch sonst einige interessante Infos. Den wohl besten Blick auf den Wohn- und Amtssitz des amerikanischen Präsidenten ermöglicht übrigens die als „Ellipse” bekannte Parkanlage. Zum Pflichtprogramm gehört in Washington D.C. natürlich auch eine Führung durch das Kapitol. Der Sitz von Senat und Repräsentantenhaus thront auf dem Capitol Hill, einem 30 Meter hohen Plateau.

Das geschichtsträchtige Bauwerk – nach dem Weißen Haus das zweite überhaupt in der Stadt errichtete Gebäude – bildet den Ausgangspunkt für die vier Quadranten, in die Washington D.C. aufgeteilt ist. Im Umfeld dieses Regierungsgebäudes finden sich entlang der parkähnlich gestalteten National Mall weitere bekannte Bauwerke, darunter Supreme Courts, Library of Congress, Washington Monument und Lincoln Memorial. Außerdem laden zahlreiche bedeutende Museen ein. Vom mit 18 Museen und Galerien sowie dem Nationalzoo weltweit größten Museumsverbund – dem Smithsonian – steht an der National Mall das eindrucksvolle, rote Hauptgebäude, das u. a. ein Informationszentrum beherbergt. Mindestens ebenso interessant wie die künstlerisch ausgerichteten Museen sind die Money Factory im Bureau of Engraving and Printing, wo man beim Gelddrucken direkt zuschauen kann, und das Newseum mit einer spektakulär inszenierten Ausstellung rund um die Welt der Nachrichten.